{"id":12897,"date":"2024-11-07T03:46:13","date_gmt":"2024-11-07T03:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lifescienceart.com\/?p=12897"},"modified":"2024-11-07T03:46:13","modified_gmt":"2024-11-07T03:46:13","slug":"museum-of-feelings-corporate-stunt-or-legitimate-art","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lifescienceart.com\/de\/art\/museum-studies\/museum-of-feelings-corporate-stunt-or-legitimate-art\/","title":{"rendered":"Museum der Gef\u00fchle: Werbe-Gag oder legitime Kunst?"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Museum der Gef\u00fchle: Werbegag oder legitime Kunst?<\/h2>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unternehmenssponsoring und die Museumslandschaft<\/h2>\n\n<p>Unternehmenssponsoring ist seit langem Teil des amerikanischen Museumssystems. Museen wie das Metropolitan Museum of Art und das Smithsonian&#8217;s National Museum of American History haben Millionen von Spenden von Unternehmen wie den Koch-Br\u00fcdern und SC Johnson erhalten.<\/p>\n\n<p>Unternehmenssponsoring kann Museen zwar wertvolle Mittel zur Verf\u00fcgung stellen, wirft aber auch Fragen zur Legitimit\u00e4t von Museen auf, die stark von Unternehmensinteressen beeinflusst werden.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Museum der Gef\u00fchle: Eine Fallstudie<\/h2>\n\n<p>Das Museum of Feelings, ein Pop-up-Museum in New York City, ist ein Paradebeispiel f\u00fcr ein Museum, dem vorgeworfen wird, eher ein Marketing-Gag als eine legitime kulturelle Institution zu sein.<\/p>\n\n<p>Das Museum, das vom Lufterfrischerhersteller Glade gesponsert wird, verf\u00fcgt \u00fcber f\u00fcnf R\u00e4ume, die jeweils einem anderen Gef\u00fchl gewidmet sind und mit einem entsprechenden Glade-Duft parf\u00fcmiert sind. Die Besucher bewegen sich von einem Raum zum anderen und erleben eine multisensorische Reise, die bestimmte Emotionen hervorrufen soll.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unterhaltung vs. Bildung<\/h2>\n\n<p>Kritiker des Museums der Gef\u00fchle argumentieren, dass ihm der Bildungswert fehle, der normalerweise mit Museen verbunden wird. Sie weisen darauf hin, dass das Museum keine Informationen \u00fcber die Wissenschaft der Emotionen oder die Geschichte der Museen bietet. Stattdessen bietet es den Besuchern lediglich ein sinnliches Erlebnis, das eher unterhalten als bilden soll.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Rolle der P\u00e4dagogik<\/h2>\n\n<p>David Ward, leitender Historiker an der National Portrait Gallery in Washington, D.C., argumentiert, dass das Fehlen einer p\u00e4dagogischen Logik das Museum of Feelings von anderen Museen unterscheide.<\/p>\n\n<p>&#8220;Das ist eher ein Massagesalon als ein Museum&#8221;, sagt Ward. &#8220;Ein Museum sollte ein Ort sein, an dem wir etwas \u00fcber die Welt um uns herum lernen, nicht nur ein Ort, an dem wir hingehen, um uns zu am\u00fcsieren.&#8221;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Zukunft der Museumskuration<\/h2>\n\n<p>Das Museum der Gef\u00fchle ist Teil eines gr\u00f6\u00dferen Trends in der amerikanischen Kultur zum Crowdsourcing von Kunst und Kultur. Dieser Trend wird von der \u00dcberzeugung angetrieben, dass die Massen besser als Wissenschaftler und Akademiker geeignet sind, zu bestimmen, was wertvoll und bedeutungsvoll ist.<\/p>\n\n<p>Ward warnt jedoch davor, dass dieser Trend zu einem Qualit\u00e4tsverlust in Museen f\u00fchren k\u00f6nnte. &#8220;Statt Rationalit\u00e4t und P\u00e4dagogik bekommen wir etwas, das eher einem Rummel \u00e4hnelt&#8221;, sagt er.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Bedeutung der gesellschaftlichen Bedeutung<\/h2>\n\n<p>Um als legitimes Museum zu gelten, argumentiert Ward, m\u00fcsse eine Institution eine nachweisbare gesellschaftliche Bedeutung haben. Sie m\u00fcsse mehr als nur Unterhaltung bieten. Sie m\u00fcsse zu unserem Verst\u00e4ndnis der Welt um uns herum beitragen und uns helfen, bessere B\u00fcrger zu werden.<\/p>\n\n<p>Das Museum der Gef\u00fchle erf\u00fcllt Wards Ansicht nach dieses Kriterium nicht. Es ist lediglich ein cleverer Marketing-Gag, der darauf abzielt, Lufterfrischer zu verkaufen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Wissenschaft von Geruch und Emotion<\/h2>\n\n<p>Das Museum of Feelings basiert auf der Idee, dass Geruch eng mit Emotionen verbunden ist. Obwohl diese Behauptung etwas Wahres enth\u00e4lt, ist die Beziehung zwischen Geruch und Emotion nicht so einfach, wie es das Museum darstellt.<\/p>\n\n<p>Amanda White, promovierte Neurowissenschaftlerin an der University of Michigan, erkl\u00e4rt, dass die Hirnregionen, die f\u00fcr Geruch, Emotion und Ged\u00e4chtnis zust\u00e4ndig sind, eng miteinander verbunden sind, es sich aber nicht um eine Eins-zu-eins-Beziehung handelt.<\/p>\n\n<p>&#8220;Das Ged\u00e4chtnis ist eigentlich die Funktion, die die beiden verbindet&#8221;, sagt sie. &#8220;Jemand kann eine extrem negative Emotion mit einem Duft verbinden, weil dieser Erinnerungen hervorruft.&#8221;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n<p>Ob das Museum der Gef\u00fchle ein legitimes Museum ist oder nicht, ist eine Ansichtssache. Einige Kritiker argumentieren, dass es sich lediglich um einen Marketing-Gag ohne p\u00e4dagogischen Wert handelt. Andere argumentieren, dass es eine neue und innovative Art ist, Kunst und Emotionen zu erleben.<\/p>\n\n<p>Letztendlich liegt es an jedem Einzelnen, zu entscheiden, ob das Museum der Gef\u00fchle seine Zeit und sein Geld wert ist.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Museum der Gef\u00fchle: Werbegag oder legitime Kunst? Unternehmenssponsoring und die Museumslandschaft Unternehmenssponsoring ist seit langem Teil des amerikanischen Museumssystems. 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