{"id":14814,"date":"2021-03-06T17:20:44","date_gmt":"2021-03-06T17:20:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lifescienceart.com\/?p=14814"},"modified":"2021-03-06T17:20:44","modified_gmt":"2021-03-06T17:20:44","slug":"karakorum-capital-of-the-mongol-empire-revealed-through-advanced-geophysics","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lifescienceart.com\/de\/science\/archaeology-and-history\/karakorum-capital-of-the-mongol-empire-revealed-through-advanced-geophysics\/","title":{"rendered":"Karakorum: Die verlorene Hauptstadt der Mongolen"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Karakorum: Hauptstadt des mongolischen Reiches<\/h2>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entdeckung und Kartierung<\/h2>\n\n<p>Die Ruinen von Karakorum, der Hauptstadt des mongolischen Reiches aus dem 13. Jahrhundert, haben Arch\u00e4ologen schon lange fasziniert. Allerdings wurden physische Beweise der Stadt zugunsten schriftlicher Berichte europ\u00e4ischer Reisender weitgehend ignoriert.<\/p>\n\n<p>Nun haben Forscher zum ersten Mal fortschrittliche geophysikalische Methoden eingesetzt, um eine detaillierte Karte von Karakorum zu erstellen. Die in der Zeitschrift Antiquity ver\u00f6ffentlichten Erkenntnisse erweitern unser Wissen \u00fcber diese verlassene eurasische Stadt erheblich.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcndung und Bedeutung<\/h2>\n\n<p>Dschingis Khan gr\u00fcndete Karakorum um 1220 n. Chr. als ein Lager aus Jurten, das strategisch im Orchon-Tal gelegen war. Sein Sohn und Nachfolger \u00d6gedei erkannte das Potenzial und w\u00e4hlte Karakorum zur Hauptstadt des mongolischen Reiches.<\/p>\n\n<p>Im Laufe der Zeit entwickelte sich Karakorum zu einer bl\u00fchenden Metropole, die Diplomaten, H\u00e4ndler und Reisende aus der gesamten Seidenstra\u00dfe beherbergte. Chinesische Kunsthandwerker und muslimische H\u00e4ndler trugen zu ihrer Pracht bei und errichteten einen pr\u00e4chtigen Palast und andere beeindruckende Bauwerke.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fortschrittliche geophysikalische Kartierung<\/h2>\n\n<p>Hauptautor Jan Bemmann und sein Team verwendeten ein SQUID (Superconducting Quantum Interference Device), um ein Gebiet von 465 Hektar zu untersuchen und eine Karte von unausgegrabenen \u00dcberresten unter der Oberfl\u00e4che zu erstellen. Kombiniert mit Luftaufnahmen, historischen Aufzeichnungen und fr\u00fcheren Untersuchungen lieferten diese Daten einen detaillierten \u00dcberblick \u00fcber die Dichte und Struktur von Karakorum.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Stadtstruktur und Merkmale<\/h2>\n\n<p>Die neue Karte erm\u00f6glicht es Forschern, zu bestimmen, wo einst gro\u00dfe Backsteingeb\u00e4ude standen und wo Stra\u00dfen das Gel\u00e4nde durchschnitten. Eliteviertel befanden sich innerhalb der Stadtmauern, w\u00e4hrend sich Versorgungssiedlungen und Produktionsst\u00e4tten in das umliegende Orchon-Tal erstreckten.<\/p>\n\n<p>&#8220;Wir sprechen hier nicht nur von einer Reichsstadt, sondern von einem Reichstal&#8221;, sagte Bemmann.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bericht von Wilhelm von Rubruk<\/h2>\n\n<p>Wilhelm von Rubruk, ein fl\u00e4mischer Franziskanerm\u00f6nch, besuchte Karakorum 1254 und beschrieb seine Pracht in seinen Schriften. Besonders beeindruckt war er von einem gro\u00dfen silbernen Brunnen in Form eines Baumes, der Getr\u00e4nke wie Wein und Stutenmilch spendete.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mongolischer Einfluss und Erbe<\/h2>\n\n<p>Die milit\u00e4rische Macht der Mongolen und ihr Talent, qualifizierte Menschen aus eroberten Gebieten zu rekrutieren, trugen zum Wohlstand von Karakorum bei. Allerdings verlie\u00dfen sie sich bei der Stadtplanung auf ihre Gefangenen, da sie selbst haupts\u00e4chlich Nomaden waren.<\/p>\n\n<p>Interessanterweise wurden volle 40 Prozent des Landes innerhalb der Stadtmauern von Karakorum leer gelassen, was m\u00f6glicherweise das nomadische Erbe der Mongolen widerspiegelt. Im 15. Jahrhundert war Karakorum so gut wie verlassen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Moderne Erkundung und Rekonstruktion<\/h2>\n\n<p>Der genaue Standort der Stadt wurde 1889 wiederentdeckt, aber die arch\u00e4ologischen Arbeiten waren begrenzt. Die neue digitale Rekonstruktion von Karakorum, die auf der geophysikalischen Karte basiert, bietet ein wertvolles Werkzeug, um die Struktur und Geschichte der Stadt zu verstehen.<\/p>\n\n<p>&#8220;Es war erstaunlich, Tag f\u00fcr Tag zu sehen, wie sich die Karte vergr\u00f6\u00dferte&#8221;, sagte Bemmann. &#8220;Mit jedem hinzugef\u00fcgten Teil der Stadt wuchs unser Verst\u00e4ndnis.&#8221;<\/p>\n\n<p>Die detaillierte Karte von Karakorum bietet Einblicke in den Einfluss des mongolischen Reiches, die Rolle qualifizierter Gefangener beim St\u00e4dtebau und das bleibende Erbe dieser einst gro\u00dfartigen Hauptstadt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karakorum: Hauptstadt des mongolischen Reiches Entdeckung und Kartierung Die Ruinen von Karakorum, der Hauptstadt des mongolischen Reiches aus dem 13. Jahrhundert, haben Arch\u00e4ologen schon lange fasziniert. 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