{"id":16994,"date":"2024-06-05T21:58:15","date_gmt":"2024-06-05T21:58:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lifescienceart.com\/?p=16994"},"modified":"2024-06-05T21:58:15","modified_gmt":"2024-06-05T21:58:15","slug":"european-printmakers-imaginative-colonial-american-cities","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lifescienceart.com\/de\/art\/art-history\/european-printmakers-imaginative-colonial-american-cities\/","title":{"rendered":"Imagin\u00e4re Stadtansichten: Kolonialamerikanische St\u00e4dte durch die Augen europ\u00e4ischer Kupferstecher"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Imagin\u00e4re Visionen europ\u00e4ischer Kupferstecher von kolonialamerikanischen St\u00e4dten<\/h2>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geschichte<\/h2>\n\n<p>Im 18. und 19. Jahrhundert standen europ\u00e4ische Kupferstecher vor einer Herausforderung: Sie sollten Bilder von weit entfernten kolonialamerikanischen St\u00e4dten anfertigen, ohne diese je besucht zu haben. Um die Nachfrage der \u00d6ffentlichkeit nach diesen exotischen Ansichten zu befriedigen, griffen die K\u00fcnstler auf ihre Vorstellungskraft zur\u00fcck.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wirtschaftliche Beweggr\u00fcnde und mangelnde Originalit\u00e4t<\/h2>\n\n<p>Um Zeit und Geld zu sparen, st\u00fctzten sich Kupferstecher h\u00e4ufig auf bestehende Kunstwerke und kopierten deren Entw\u00fcrfe. Das Konzept der Originalit\u00e4t war in der Kunstwelt noch nicht fest verankert, sodass die K\u00fcnstler keine Hemmungen hatten, sich bei anderen zu bedienen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Aufstieg der Vues d\u2019Optique<\/h2>\n\n<p>Die deutschen Kupferstecher Balthasar Friedrich Leizelt und Franz Xaver Habermann schufen eine einzigartige Art von Druckgrafik, die Vues d\u2019Optique genannt wurde. Diese Drucke waren dazu gedacht, durch ein Zograskop betrachtet zu werden, ein optisches Ger\u00e4t, das sie dreidimensional erscheinen lie\u00df.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anleihen bei europ\u00e4ischen Stadtansichten<\/h2>\n\n<p>\u00dcberraschenderweise orientierten sich Leizelt und Habermann bei ihren amerikanischen Stadtansichten nicht an tats\u00e4chlichen Abbildungen dieser St\u00e4dte. Stattdessen lie\u00dfen sie sich von bestehenden Ansichten europ\u00e4ischer St\u00e4dte inspirieren. Dies f\u00fchrte zu teils h\u00f6chst ungenauen und phantasievollen Darstellungen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fiktionalisierte Ansichten von Philadelphia und New York<\/h2>\n\n<p>Ihre Drucke \u201ePhiladelphie\u201c und \u201eLa nouvelle Yorck\u201c etwa enthalten Elemente, die einer Ansicht der k\u00f6niglichen Werft in Deptford, England, entnommen sind. Diese Hafenszenen haben nur wenig \u00c4hnlichkeit mit den kolonialen St\u00e4dten, die sie eigentlich darstellen sollten.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fehlerhafte Darstellungen von Boston und der Statue Georgs III.<\/h2>\n\n<p>Leizelt und Habermanns Ansicht der King Street in Boston zeigt eine gesch\u00e4ftige Stra\u00dfenszene mit einer extravaganten presbyterianischen Kirche, die im kolonialen Boston h\u00f6chst ungew\u00f6hnlich gewesen w\u00e4re. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit ihrer Darstellung der Zerst\u00f6rung der Statue Georgs III. in New York City, die eine fehlerhafte Statue zeigt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unterhaltungswert vor Genauigkeit<\/h2>\n\n<p>Trotz ihrer Ungenauigkeiten waren Leizelt und Habermanns Vues d\u2019Optique ein beliebtes Unterhaltungsmittel bei gesellschaftlichen Zusammenk\u00fcnften. Die Leute am\u00fcsierten sich daran, durch das Zograskop zu schauen und die leuchtenden Farben und optischen T\u00e4uschungen zu bewundern.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">J\u00fcngste Verf\u00fcgbarkeit von Leizelt- und Habermann-Drucken<\/h2>\n\n<p>Die Clements Library an der University of Michigan besitzt eine bedeutende Sammlung von Vues d\u2019Optique von Leizelt und Habermann. Diese Drucke wurden k\u00fcrzlich \u00fcber den Katalogsuchdienst der University of Michigan Library zug\u00e4nglich gemacht und werden in K\u00fcrze der Clements Image Bank hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einfluss der europ\u00e4ischen Kupferstecher<\/h2>\n\n<p>Auch wenn die Darstellungen kolonialamerikanischer St\u00e4dte durch europ\u00e4ische Kupferstecher oft ungenau waren, spielten sie eine faszinierende Rolle bei der Pr\u00e4gung der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung dieser fernen L\u00e4nder. Ihre fantasievollen Visionen boten einen Einblick in die exotische und unbekannte Welt jenseits des Atlantiks.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Imagin\u00e4re Visionen europ\u00e4ischer Kupferstecher von kolonialamerikanischen St\u00e4dten Geschichte Im 18. und 19. 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