Home WissenschaftKünstliche Intelligenz Spaun: Die künstliches Gehirn, das menschlich denkt – Ein Blick in die Zukunft der Neurowissenschaft

Spaun: Die künstliches Gehirn, das menschlich denkt – Ein Blick in die Zukunft der Neurowissenschaft

by Jasmine

Ein künstliches Gehirn, das menschlicher ist: Spaun und die Zukunft der Hirnforschung

Spaun: Das menschliche Gehirn imitieren

Kanadische Forscher haben mit Spaun, einem Computermodell, das das Verhalten des menschlichen Gehirns nachahmt, einen bahnbrechenden Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz erzielt. Spaun ist die neueste Version eines „Techno-Gehirns“, das von einem Team der University of Waterloo entwickelt wurde.

Anders als andere KI-Systeme, die sich auf Informationsabruf konzentrieren, versucht Spaun, die Fähigkeit des menschlichen Gehirns zu replizieren, eine Vielzahl von Aufgaben auszuführen. Es kann Zahlen erkennen, sich an sie erinnern und sogar einen Roboterarm steuern, um sie niederzuschreiben.

Spauns Architektur und Funktion

Spauns „Gehirn“ ist in zwei Teile unterteilt, ähnlich dem menschlichen Großhirn und den Basalganglien. Seine 2,5 Millionen simulierten Neuronen interagieren auf eine Weise, die die Kommunikation zwischen diesen Hirnregionen nachahmt.

Wenn Spauns „Auge“ eine Reihe von Zahlen sieht, verarbeiten die künstlichen Neuronen die visuellen Daten und leiten sie an die Großhirnrinde weiter. Dort führt Spaun verschiedene Aufgaben aus, wie Zählen, Kopieren und Lösen von Zahlenrätseln.

Spauns menschenähnliches Verhalten

Interessanterweise zeigt Spaun menschenähnliches Verhalten. Es macht eine kurze Pause, bevor es Fragen beantwortet, genau wie ein Mensch. Es hat auch Schwierigkeiten, sich an Zahlen in der Mitte einer langen Liste zu erinnern, ähnlich dem menschlichen Gedächtnis.

„Das Modell erfasst einige subtile Details menschlichen Verhaltens“, sagte Chris Eliasmith, Spauns Erfinder. „Es ist nicht im gleichen Maßstab, aber es gibt einen Einblick in die vielfältigen Fähigkeiten des Gehirns.“

Auswirkungen auf die Hirnforschung

Spauns Fähigkeit, mehrere Aufgaben auszuführen, wirft Licht darauf, wie unser Gehirn nahtlos zwischen verschiedenen Aktivitäten wechselt. Dieses Verständnis könnte zu flexibleren robotischen Systemen führen und Wissenschaftlern helfen, Hirnfunktionen zu untersuchen, die ethisch nicht am Menschen getestet werden können.

Gesundheitsforschung und Alterung

Forscher haben Spaun verwendet, um den Verlust von Neuronen in einem Gehirnmodell in derselben Rate zu simulieren wie beim alternden Menschen. Dies lieferte Einblicke in die Auswirkungen des Neuronenverlusts auf die kognitive Leistung.

Aktuelle Entwicklungen in der Hirnforschung und KI

Neben Spaun gehören zu den jüngsten Fortschritten in der Hirnforschung und Künstlichen Intelligenz:

  • Synchronisierte Gehirnaktivität bei Musikern: Wenn Gitarristen eng koordiniert spielen, wird ihre Gehirnaktivität synchronisiert.
  • Überwachung der Koordination von Gehirnzellen: MIT-Forscher haben eine Methode entwickelt, um die Koordination von Gehirnzellen bei der Steuerung bestimmter Verhaltensweisen zu überwachen, was Türen zum Verständnis von Hirnkreisen und psychiatrischen Störungen öffnet.
  • Deep Learning für die Arzneimittelforschung: Ein Team der University of Toronto nutzte Deep Learning, um potenzielle Arzneimittelmoleküle zu identifizieren.
  • Robotern das Lernen sozialen Verhaltens: Wissenschaftler verwenden Head-Mounted-Kameras, um Augenbewegungen bei sozialen Interaktionen zu verfolgen, wodurch Roboter soziale Hinweise lernen können.
  • Täuschung bei Robotern: Inspiriert von Vögeln und Eichhörnchen haben Forscher Roboter entwickelt, die sich gegenseitig täuschen können.

Fazit

Spaun stellt einen bedeutenden Schritt nach vorn in unserem Verständnis des menschlichen Gehirns und der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz dar. Durch die Nachahmung von Gehirnverhalten und das Zeigen menschenähnlicher Eigenschaften eröffnet Spaun neue Wege für Forschung und Innovation in den Neurowissenschaften und der Robotik.

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