Lyme-Borreliose: Eine weitverbreitete und missverstandene Gefahr
Was ist Lyme-Borreliose?
Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die hauptsächlich durch den Stich einer infizierten Zecke auf den Menschen übertragen wird. Der Erreger ist das Bakterium Borrelia burgdorferi. Als häufigste vektorübertragene Krankheit in den Vereinigten Staaten stellt die Lyme-Borreliose ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.
Häufigkeit und Untererfassung
Aktuelle Schätzungen der US-Gesundheitsbehörde CDC deuten darauf hin, dass die Infektionsrate zehnmal höher liegt als bisher berichtet. Demnach erkranken jährlich etwa 300.000 Menschen in den USA an Lyme-Borreliose – weitaus häufiger als angenommen.
Gründe für die Untererfassung sind unter anderem:
- Die Diagnose ist wegen der vielseitigen und oft unscheinbaren Symptome schwierig
- Fehlende einheitliche Überwachungsmethoden führen zu lückenhafter Berichterstattung seitens Ärzte
Übertragung und Symptome
Übertragen wird die Krankheit vor allem durch die infizierte Schwarzbein-Zecke (auch Hirschzecke genannt). Diese kommt in bewaldeten und grasigen Regionen vor, insbesondere im Nordosten und Mittleren Westen der USA.
Nach dem Stich kann das Bakterium in den Blutkreislauf gelangen und vielfältige Symptome hervorrufen:
- Erythema migrans (Wanderradar)
- Fieber
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose erfolgt durch die Kombination aus klinischem Bild und Labortests. Der gängigste Test ist ein Antikörpertest, der die vom Immunsystem gebildeten Antikörper gegen die Infektion nachweist.
Frühzeitige Diagnose und Behandlung mit Antibiotika sind entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu verhindern. Unbehandelt kann die Lyme-Borreliose langfristige Gesundheitsprobleme verursachen:
- Arthritis
- Nervenstörungen
- Herzrhythmusstörungen
Vorbeugung
Vorbeugung bedeutet, das Risiko von Zeckenstichen zu senken. Dazu gehören:
- Lange Kleidung in bewaldeten Gebieten tragen
- Repellentien mit DEET oder Picaridin verwenden
- Nach Aufenthalten im Freien den Körper auf Zecken untersuchen
- Zecken rasch und richtig entfernen
Kontroverse um chronische Lyme-Borreliose
Einige Betroffene berichten von einer chronischen Form der Lyme-Borreliose, die trotz Antibiotika-Behandlung bestehen bleibt. Die medizinische Gemeinschaft ist sich jedoch uneins, ob es sich dabei um eine eigenständige Erkrankung handelt.
Studien legen nahe, dass viele Fälle sogenannter chronischer Lyme-Borreliose auf andere Grunderkrankungen oder auf ein Rezidiv der Infektion nach erster Therapie zurückzuführen sind.
Fazit
Lyme-Borreliose ist eine ernst zu nehmende und weitverbreitete Erkrankung, die einen mehrfachen Ansatz in Prävention, Diagnose und Therapie erfordert. Wer Epidemiologie, Übertragung und Symptome kennt, kann sich wirksam schützen und bei Bedarf rechtzeitig medizinische Hilfe suchen.
