Das genetische Erbe des Zeitalters der Wikinger
Das genetische Gefüge Skandinaviens enthüllt
Während des Wikingerzeitalters (750–1050 n. Chr.) unternahmen skandinavische Krieger kühne Expeditionen quer durch Europa, Asien, Afrika und Nordamerika. Dabei tauschten sie nicht nur Waren, Technologien und Kultur, sondern auch Gene aus.
Alte DNA enthüllt die Vergangenheit
Eine bahnbrechende Studie, die in der Fachzeitschrift Cell erschien, analysierte fast 300 menschliche Genomen aus dem antiken Skandinavien, die einen Zeitraum von 2.000 Jahren abdecken. Dieser genetische Schatz warf neues Licht auf die genetische Geschichte der Region.
Wanderungsbewegungen und Genfluss
Die Studie zeigte, dass Menschen aus verschiedenen Gebieten – darunter die Britischen und Irischen Inseln, der östliche Baltikumraum und Südeuropa – nach Skandinavien einwanderten. Die Häufigkeit der Gene aus diesen Regionen variierte je nach Zeit und Ort.
Britisch-irische Abstammung
Britisch-irische Abstammung war während des Wikingerzeitalters in ganz Skandinavien verbreitet. Das legt nahe, dass Migranten aus diesen Regionen möglicherweise christliche Missionare, Mönche oder versklavte Personen waren, die von Wikingern gefangen genommen wurden.
Ostbaltischer Einfluss
Der genetische Einfluss des östlichen Baltikums konzentrierte sich auf Zentralschweden und Gotland, eine schwedische Insel in der Ostsee. Das deutet darauf hin, dass Menschen aus dieser Region die genetische Zusammensetzung dieser Gebiete maßgeblich mitprägten.
Abstammung aus Südeuropa
In Überresten aus Südskandinavien wurde südeuropäische Abstammung nachgewiesen. Das lässt vermuten, dass Menschen aus dieser Region während des Wikingerzeitalters in den Norden zogen und ihr genetisches Erbe mitbrachten.
Geschlechtsspezifische Migration
Interessanterweise zeigte die Studie, dass die Migration aus manchen Regionen geschlechtsspezifisch zu sein schien. Weibliche Neuzugänge aus dem östlichen Baltikum – und in geringerem Maße aus den Britischen und Irischen Inseln – hatten erheblichen Einfluss auf die genetische Landschaft des wikingerzeitlichen Skandinaviens.
Sich wandelnde Abstammungsmuster
Die Studie offenbarte auch, dass einige Abstammungsanteile, die während des Wikingerzeitalters häufig waren, heute bei modernen Skandinaviern seltener sind. Das deutet darauf hin, dass antike Individuen mit nicht-skandinavischer Herkunft weniger zur heutigen Genpool beigetragen haben als erwartet.
Zukünftige Forschung
Die Forscher räumen ein, dass weitere Studien mit noch mehr Genomen nötig sind, um die Gründe für diesen Rückgang nicht-lokaler Abstammung vollständig zu verstehen. Die gewonnenen bahnbrechenden Erkenntnisse haben jedoch unser Verständnis des genetischen Erbes des Wikingerzeitalters grundlegend verändert.
Long-Tail Keywords:
- Genetische Geschichte des Wikingerzeitalters
- Häufigkeit von Genen verschiedener Regionen in Raum und Zeit
- Ankunft vielfältiger fremder genomischer Abstammungen auf der skandinavischen Halbinsel
- Einfluss weiblicher Neuzugänge aus dem östlichen Baltikum auf die genetische Zusammensetzung des wikingerzeitlichen Skandinaviens
- Rückgang nicht-lokaler Abstammung bei modernen Skandinaviern im Vergleich zu antiken Individuen
