Der Wettlauf gegen Polio: Jonas Salk und Albert Sabin
Die Geißel der Polio
Polio, auch bekannt als Kinderlähmung, war eine hochgradig ansteckende Krankheit, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedes Jahr Tausende Menschen in den Vereinigten Staaten lahmlegte. Die Krankheit wurde durch Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder verunreinigter Nahrung übertragen, und es gab keine Heilung.
Die Suche nach einem Impfstoff
Während Polio das Land verwüstete, lieferten sich zwei brillante Wissenschaftler, Jonas Salk und Albert Sabin, ein Wettrennen gegen die Zeit, um einen Impfstoff zu entwickeln. Salk konzentrierte sich auf einen abgetöteten Impfstoff, während Sabin an einer oralen Lebendimpfung arbeitete.
Jonas Salk: Der Impfstoff mit abgetötetem Virus
Jonas Salk wurde 1914 in New York City geboren. Er war ein begabter Student, der sich von den intellektuellen Herausforderungen der medizinischen Forschung inspirieren ließ. Nach seinem Medizinstudium begann Salk mit der Entwicklung eines Polio-Impfstoffs.
Salks Ansatz bestand darin, ein abgetötetes Virus zu verwenden, um das Immunsystem des Körpers zu stimulieren, Antikörper gegen Polio zu bilden. Er züchtete Polioviren auf Zellkulturen aus Affennierenzellen, tötete die Viren mit Formaldehyd ab und injizierte das inaktivierte Virus in Affen. Die Experimente verliefen erfolgreich, und Salk ging zu klinischen Studien am Menschen über.
Albert Sabin: Die orale Lebendimpfung
Albert Sabin wurde 1906 in Polen geboren. Er kam 1921 in die Vereinigten Staaten und studierte Medizin an der New York University. Nach seinem Abschluss begann Sabin mit der Erforschung der Ursachen von Polio.
Sabin entdeckte, dass sich das Poliovirus im Dünndarm ansiedelt und dort vermehrt. Er war überzeugt, dass eine orale Impfung das Virus daran hindern könne, in den Blutkreislauf zu gelangen, und es bereits vor einer Ausbreitung zerstöre.
Die Polio-Impfstoffstudien
Salks Impfstoff mit abgetötetem Virus wurde 1954 in einer groß angelegten Feldstudie getestet. Fast zwei Millionen Schulkindern nahmen an der Studie teil, und die Ergebnisse waren überwältigend positiv. Der Impfstoff erwies sich als sicher und wirksam und senkte die Zahl der Poliofälle in den Vereinigten Staaten drastisch.
Sabins orale Lebendimpfung wurde ebenfalls in umfangreichen Studien geprüft. Auch hier fielen die Ergebnisse positiv aus, und der Impfstoff wurde 1963 in den Vereinigten Staaten zugelassen.
Die Ausrottung von Polio
Sabins oraler Impfstoff wurde zum Standardpräparat für die weltweite Polio-Ausrottung. Der Impfstoff ist kostengünstig und einfach zu verabreichen, und er erwies sich als hochwirksam bei der Verhinderung der Polio-Verbreitung.
Mittlerweile wurde Polio in weiten Teilen der Welt ausgerottet; in einigen Entwicklungsländern besteht jedoch weiterhin eine Bedrohung. Doch dank der unermüdlichen Arbeit von Jonas Salk, Albert Sabin und anderen Wissenschaftlern ist Polio nicht mehr die Geißel, die es einst war.
Das Vermächtnis von Jonas Salk und Albert Sabin
Jonas Salk und Albert Sabin zählen zu den bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Medizin. Ihre Arbeit am Polio-Impfstoff hat unzählige Leben gerettet und dazu beigetragen, die Welt gesünder zu machen.
Salks Impfstoff mit abgetötetem Virus war der erste seiner Art und spielte eine entscheidende Rolle beim Rückgang der Polio-Inzidenz in den Vereinigten Staaten. Sabins orale Lebendimpfung ist heute der Standardimpfstoff und war maßgeblich an der globalen Ausrottung von Polio beteiligt.
Das Vermächtnis von Salk und Sabin steht für Innovation, Hingabe und Beharrlichkeit. Ihre Leistung zeugt von der Kraft der Wissenschaft und von der Bedeutung der Zusammenarbeit im Kampf gegen Krankheiten.
