Mutter und Kälber von Buckelwalen kommunizieren im Flüsterton, um Raubtiere zu täuschen
Buckelwale sind gewaltige Tiere, die bis zu 15 Meter lang werden können. Ihre neugeborenen Kälber sind dagegen mit nur etwa 4,5 Metern deutlich kleiner und daher besonders anfällig für Fressfeinde wie Schwertwale, die gezielt nach Jungtieren suchen.
Um ihre Kälber zu schützen, haben Mutter-Buckelwale eine besondere Kommunikationsstrategie entwickelt: das Flüstern. Forscher stellten fest, dass Mutter und Kalb leise Quieksen und Grunzen von sich geben, die kaum 100 Meter weit zu hören sind. Diese Laute sind wesentlich leiser als die Gesänge der Männchen, die sich über Kilometer verfolgen lassen.
Das Flüstern erfüllt mehrere Zwecke: Erstens verbirgt es die Anwesenheit des Kalbs vor Schwertwalen. Diese orientieren sich akustisch an ihrer Beute; je leiser Mutter und Kalb kommunizieren, desto schwieriger ist es, sie aufzuspüren.
Zweitens hilft das Flüstern, Mutter und Kalb vor aufdringlichen Männchen zu verstecken. Männliche Buckelwale können gegenüber Kühen mit Kälbern aggressiv sein und versuchen, das Stillen zu unterbrechen. Durch leise Laute ziehen Mutter und Kalb nicht die Aufmerksamkeit dieser unerwünschten Freier auf sich.
Allerdings zeigte sich auch: Falls ein Schwertwal die leisen Töne dennoch wahrnimmt, kann er sie als „Leuchtfeuer“ zum Auffinden der Beute nutzen. Flüstern ist also keine absolute Schutzwaffe, bietet aber ein gewisses Maß an Sicherheit.
Die Rolle des Flüsterns in der Kommunikation der Buckelwale
Über den Feindschutz hinaus könnte das Flüstern weitere Aufgaben in der innerartlichen Kommunikation übernehmen. Die Wissenschaftler beobachteten, dass Kälber ihre leisen Laute nur während der Fortbewegung von sich gaben – vermutlich, um den Kontakt zur Mutter auch in trübem Wasser aufrechtzuerhalten.
Möglicherweise dient das Flüstern auch während des Stillens als Kommunikationsmittel. Kälber quieksen leise, während sie trinken, und die Mütter antworten mit ähnlich leisen Tönen. Die Tiere könnten so Hunger oder andere Bedürfnisse signalisieren.
Die Auswirkungen von Schiffsgeräuschen auf die Kommunikation der Buckelwale
Die Entdeckung des Flüsterns wirft ein Schlaglicht auf Artenschutzfragen. Schiffsverkehr gilt als eine der größten Lärmquellen der Meere und stört die Kommunikation vieler Wale und anderer Meeresbewohner.
Die Studie belegt, dass Schiffsgeräusche die zarten Laute von Mutter und Kalb übertönen und ihre Verständigung stören können. Das könnte sich negativ auf das Überleben der Kälber auswirken, weil sie sich nicht mehr in unmittelbarer Nähe der Mutter halten oder Nahrung finden können.
Die Bedeutung menschlicher Lärmreduktion für die Umwelt
Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, den menschlichen Einfluss auf die Umwelt zu verringern. Schiffslärm ist nur eine von vielen menschlichen Aktivitäten, die die Kommunikation von Walen und anderen Meereslebewesen stören.
Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um Schiffs- und andere Unterwasserlärmquellen zu reduzieren. Darüber hinaus sollten Forschungsprojekte zur Kommunikation von Walen und weiteren Meerestieren unterstützt werden, damit wir besser verstehen, wie sich unsere Einflüsse minimieren lassen.
Wenn wir menschlichen Lärm eindämmen, helfen wir, Wale und andere Meeresbewohner zu schützen – und sichern ihr Überleben für künftige Generationen.
