Home WissenschaftZoologie Blütenpflanzen machten uns zu Affen!

Blütenpflanzen machten uns zu Affen!

by Jasmine

Die Ursprünge der Primaten im Zusammenhang mit dem Aufstieg der Blütenpflanzen

Frühe Primatenanpassungen

Die Evolution der Primaten, einer Gruppe von Säugetieren mit greifenden Händen und Füßen, gutem Sehvermögen und großem Gehirn, war seit langem Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Anfang des 20. Jahrhunderts glaubte man, diese Anpassungen seien durch einen baumbewohnenden Lebensstil entstanden. In den 1970er Jahren schlug der Anthropologe Matt Cartmill jedoch vor, dass Insektenbeute der Hauptantrieb für die Primatenevolution war.

Die Insektenbeute-Hypothese

Cartmill bemerkte, dass viele Raubtiere wie Katzen und Eulen nach vorne gerichtete Augen haben, um Beute zu fangen. Er vermutete, dass frühe Primaten diese Merkmale ebenfalls entwickelten, um baumbewohnende Insekten zu jagen. Spätere Forschungen stellten diese Hypothese jedoch in Frage und wiesen darauf hin, dass die Backenzähne früher Primaten, sogenannte Plesiadapiformes, rund und zum Zermahlen von Pflanzenmaterial geeignet waren, nicht jedoch zum Durchbohren von Insekten.

Die Pflanzliche Ernährung-Hypothese

Eine alternative Hypothese entstand: Danach entwickelten sich Primaten parallel zur Ausbreitung der Blütenpflanzen. Anstatt sich auf Insektenbeute zu verlassen, nutzten frühe Primaten ihre Greiffähigkeiten und ihr gutes Sehvermögen, um auf empfindlichen Ästen zu navigieren und Früchte, Blüten und nektarsammelnde Insekten zu sammeln.

Beweise von Plesiadapiformes

Die Anthropologen Robert Sussman, D. Tab Rasmussen und der Botaniker Peter Raven überprüften die neuesten Beweise für diese Hypothese. Plesiadapiformes, die nächsten ausgestorbenen Verwandten der Primaten, besaßen rundere Backenzähne, die an eine pflanzliche Ernährung angepasst waren. Zudem zeigte die Entdeckung des Fossils Carpolestes simpsoni, dass es Greifhände, Füße mit Nägeln und Zähne hatte, die auf eine fruchtbasierte Ernährung hindeuteten.

Die Bedeutung nach vorne gerichteter Augen

Sussman und Kollegen argumentieren, dass das Fehlen nach vorne gerichteter Augen bei C. simpsoni darauf hindeutet, dass gutes Sehvermögen später bei Primaten entstand. Es könnte geholfen haben, sich im dichten Walddach zurechtzufinden und Nahrung aufzuspüren.

Evolution besserer Kletteranpassungen

Als Blütenpflanzen sich vermehrten und tropische Wälder expandierten, diversifizierten sich Primaten. Während Vögel und Fledermäuse in die Lüfte aufstiegen, um an Früchte und Nektar zu gelangen, entwickelten Primaten Anpassungen, um bessere Kletterer zu werden – darunter greifende Hände und Füße sowie ein abtrennbarer Großzeh.

Zusammenspiel der Anpassungen

Die Evolution primatischer Anpassungen war ein komplexer Prozess mit mehreren Faktoren. Greifende Hände und Füße erlaubten es Primaten, auf Ästen präzise zu navigieren. Gutes Sehvermögen half ihnen, Nahrung zu finden und Raubfeinden auszuweichen. Nach vorne gerichtete Augen, die bei frühen Primaten noch nicht vorhanden waren, entwickelten sich später und halfen beim Navigieren im Walldach.

Fazit

Die neuesten Beweise deuten darauf hin, dass der Aufstieg der Primaten eng mit der Verbreitung von Blütenpflanzen verbunden war. Primaten entwickelten Anpassungen, um diese neue Nahrungsquelle zu nutzen – greifende Hände und Füße, gutes Sehvermögen und schließlich nach vorne gerichtete Augen. Diese Anpassungen ermöglichten es ihnen, eine einzigartige Nische im Waldökosystem zu besetzen und gaben letztendlich der vielfältigen Gruppe der heutigen Primaten den Ursprung.

You may also like