Lachs’ unglaubliches GPS: Navigation mit dem Erdmagnetfeld
Magnetische Navigation: Der Kompass der Natur
Das Magnetfeld der Erde führt – wie eine unsichtbare Karte – verschiedene Meerestiere, darunter Lachse, auf ihren bemerkenswerten Reisen. Diese angeborene Navigationsfähigkeit erlaubt es ihnen, nach Jahren im offenen Ozean an ihren Geburtsort zurückzukehren – oft legen sie dabei Tausende von Kilometern zurück.
Prägung: Die magnetische Karte im Gedächtnis speichern
Sobald junge Lachse schlüpfen, prägen sie die magnetische Signatur ihres Geburtsortes auf eine innere Karte. Wenn sie ihren Süßwasser-Heimatort Richtung offener Ozean verlassen, tragen sie diesen magnetischen Bauplan mit sich.
Geomagnetische Feld-Drift: Eine sich wandelnde Landschaft
Das Erdmagnetfeld ist nicht statisch, sondern verändert sich mit der Zeit – ein Phänomen, das als geomagnetische Feld-Drift bekannt ist. Das bedeutet, dass die magnetische Signatur eines Ortes von Jahr zu Jahr leicht variiert.
Navigationskraft des Lachses
Lachse nutzen das Magnetfeld wie einen Kompass, um den Rückweg zu steuern. Sie vergleichen das aktuelle Magnetfeld an möglichen Eintrittspunkten mit der magnetischen Signatur, die sie bei ihrer Geburt geprägt haben. Die Meerenge, deren Magnetfeld am besten zur Geburts-Signatur passt, wird zur gewählten Route.
Fraser-River-Lachs: Eine Fallstudie
Forscher untersuchten Sockeye-Lachse aus dem Fraser River in British Columbia, die auf dem Heimweg Vancouver Island erreichen. Sie stellten fest, dass die Wahl der Meerenge (nördlich oder südlich) davon abhing, wie stark das Magnetfeld an jeder Meerenge dem des Fraser River entsprach – gemessen zwei Jahre zuvor, als sie den Fluss verließen, um auf Futter-Suche ins Meer zu ziehen.
Bedeutung für den Lachsschutz
Das Verständnis der magnetischen Navigation ist entscheidend – sowohl für Wild- als auch für Zuchtlachse. In Brutstationen ist es wichtig, sicherzustellen, dass das Magnetfeld nicht durch Starkstromkabel oder Eisenrohre verzerrt wird, damit die Tiere später optimal navigieren können.
Weitere Anwendungen der magnetischen Navigation
Neben Lachsen nutzen auch andere Tiere – etwa Seeschildkröten und Blauflossen-Thunfische – das Erdmagnetfeld zur Navigation. Diese bemerkenswerte Fähigkeit inspirierte Wissenschaftler, das Potenzial von Magnetfeldern bei Erhalt und Management weiterer Meeresarten zu erforschen.
Magnetische Feldbeeinträchtigungen: Eine potenzielle Bedrohung
Menschliche Aktivitäten wie Hochspannungsleitungen oder Unterseekabel können magnetische Störungen erzeugen, die die Lachsnavigation stören könnten. Die Auswirkungen solcher Störungen zu verstehen, ist entscheidend, um mögliche negative Effekte auf die Lachspopulationen abzumildern.
Laufende Forschung und zukünftige Richtungen
Die Erforschung der magnetischen Navigation beim Lachs entwirft weiterhin die Feinheiten dieser bemerkenswerten Fähigkeit. Zukünftige Studien werden sich auf die molekularen Mechanismen des Magnetfeldsinns, die Rolle der Genetik in der Navigation sowie mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Navigationsreize der Lachse konzentrieren.
