Warum Moskitos manche Menschen mehr beißen als andere
Blutgruppe
Moskitos werden von bestimmten Blutgruppen stärker angezogen als von anderen. In einer Studie landeten Moskitos bei Menschen mit Blutgruppe O fast doppelt so oft wie bei Personen mit Blutgruppe A. Menschen mit Blutgruppe B lagen irgendwo dazwischen. Außerdem geben etwa 85 % der Menschen über die Haut ein chemisches Signal ab, das ihre Blutgruppe anzeigt, und Moskitos fühlen sich zu diesen „Sekretoren“ unabhängig von der Blutgruppe stärker hingezogen als zu „Nicht‑Sekretoren“.
Kohlendioxid
Moskitos nutzen ihre Maxillarpalpen, um das beim Ausatmen freigesetzte Kohlendioxid zu erkennen, und können es aus einer Entfernung von bis zu 50 Meter (ca. 164 Fuß) wahrnehmen. Deshalb ziehen Menschen, die mehr Kohlendioxid ausatmen – etwa größere Personen – mehr Moskitos an. Das erklärt unter anderem, warum Kinder seltener gestochen werden als Erwachsene.
Sport und Stoffwechsel
Intensive körperliche Belastung erhöht die Ansammlung von Milchsäure und Wärme im Körper, was die Anziehungskraft für Moskitos steigert. Zusätzlich beeinflussen genetische Faktoren die Menge an Harnsäure und anderen Stoffen, die jeder Mensch natürlicherweise abgibt, sodass manche Menschen für Moskitos leichter auffindbar sind als andere.
Hautbakterien
Art und Menge der Bakterien, die auf der menschlichen Haut leben, beeinflussen unsere Attraktivität für Moskitos. Große Mengen bestimmter Bakterienarten machen die Haut für Moskitos anziehender, während eine größere Vielfalt an Bakterienarten die Haut weniger attraktiv macht. Das könnte erklären, warum Moskitos besonders gerne Knöchel und Füße beißen, wo robuste Bakterienkolonien vorkommen.
Bier
Der Konsum einer einzigen 350‑ml‑Flasche Bier kann die Anziehungskraft für Moskitos erhöhen. Warum das so ist, wurde bislang nicht geklärt. Weder der erhöhte Ethanolgehalt im Schweiß noch die durch das Bier verursachte höhere Körpertemperatur korrelieren mit vermehrten Moskitos‑Landungen.
Schwangerschaft
Schwangere Frauen erhalten ungefähr doppelt so viele Moskitosstiche wie andere Menschen. Das liegt wahrscheinlich an einer Kombination aus etwa 21 % mehr ausgeatmetem Kohlendioxid und einer durchschnittlich um 0,7 °C (1,26 °F) höheren Körpertemperatur.
Kleiderfarbe
Moskitos nutzen das Sehen zusammen mit Gerüchen, um Menschen zu lokalisieren. Das Tragen von stark auffälligen Farben wie Schwarz, Dunkelblau oder Rot kann das Auffinden erleichtern.
Genetik
Grundlegende genetische Faktoren sollen etwa 85 % der Unterschiede zwischen Menschen in ihrer Anziehungskraft für Moskitos ausmachen. Diese Faktoren können sich durch Blutgruppe, Stoffwechsel oder andere Merkmale äußern. Leider gibt es bislang keine Möglichkeit, diese Gene zu verändern.
Natürliche Abwehrstoffe
Einige Menschen ziehen kaum Moskitos an, und Wissenschaftler untersuchen die Gründe dafür, um die nächste Generation von Insektenschutzmitteln zu entwickeln. Sie haben herausgefunden, dass diese natürlichen Abwehrstoffe Substanzen absondern, die Moskitos unangenehm sind. Werden diese Moleküle in fortschrittliche Sprays integriert, könnte jeder wirksam Moskitos abwehren.
