Home WissenschaftZoologie Wilde Singhunde Neu‑Guinea: Wiederentdeckung einer fast ausgestorbenen Art

Wilde Singhunde Neu‑Guinea: Wiederentdeckung einer fast ausgestorbenen Art

by Jasmine

Wiederentdeckung von singenden Hunden aus Neuguinea in freier Wildbahn

Wiederentdeckung einer verlorenen Art

Jahrelang galt der singende Hund aus Neuguinea als in freier Wildbahn ausgestorben. Eine neue genetische Studie hat jedoch bestätigt, dass eine Population dieser einzigartigen Hunde noch immer in den Hochländern von Papua-Neuguinea existiert.

Der singende Hund aus Neuguinea ist bekannt für sein markantes Heulen, das ihm seinen Namen verlieh. Er steht in enger Verwandtschaft zu dem australischen Dingo und zu Haushunden, besitzt jedoch ein einzigartiges genetisches Profil, das ihn unterscheidet.

Expedition in die Wildnis

Im Jahr 2016 führte eine Expedition unter der Leitung von James McIntyre, Präsident der New Guinea Highland Wild Dog Foundation, eine Wanderung durch das raue Gelände rund um die Grasberg-Mine in Papua-Neuguinea durch. Das Team sammelte Fotografien und Kotproben von wilden Hunden, die dem singenden Hund aus Neuguinea ähnelten.

Genetische Analyse

Im Jahr 2018 kehrten die Forschenden zurück, um Blutproben von drei der wilden Hunde zu entnehmen. Diese Proben wurden verwendet, um die Genome der Hunde zu sequenzieren und mit der DNA gefangener singender Hunde aus Neuguinea sowie anderer Hunderassen zu vergleichen.

Die genetische Analyse zeigte, dass die Hochland‑Wilde Hunde tatsächlich eine überlebende Population von singenden Hunden aus Neuguinea darstellen. Entscheidend ist, dass die wilde Population weitaus genetisch vielfältiger ist als die gefangene Population, die von nur acht Individuen abstammt und stark inzuchtgeprägt ist.

Bedeutung für den Naturschutz

Die Wiederentdeckung der wilden Population singender Hunde aus Neuguinea hat erhebliche Auswirkungen für den Naturschutz. Die genetisch vielfältige wilde Population bietet eine wertvolle Chance, die ursprüngliche Genetik in die gefangene Population zurückzuführen und so deren langfristiges Überleben zu sichern.

Elaine Ostrander, Genetikerin am U.S. National Human Genome Research Institute und Mitautorin der Studie, hebt die Bedeutung der wilden Hunde für die Naturschutzbiologie hervor: „Sie gibt uns eine fantastische Gelegenheit, die ursprüngliche Genetik dieser Hunde in die Erhaltungs‑Population zurückzuführen.“

Erkenntnisse zur Domestikation von Hunden

Das Genom der wilden singenden Hunde liefert zudem Einblicke in die Geschichte der Hundedomestikation. Die engsten domestizierten Verwandten der Hunde sind ostasiatische Rassen, darunter Chow Chow, Akita und Shiba Inu. Dies legt nahe, dass der singende Hund sich vor Jahrtausenden von den Vorfahren dieser Rassen abgespalten hat, als Menschen und ihre hunde Begleiter nach Ozeanien migrierten.

Ostrander merkt an, dass das Genom der wilden singenden Hunde ein „fehlendes Puzzleteil liefert, das wir bisher nicht hatten“, das dazu beitragen kann, die komplexe Geschichte der Hundedomestikation zu klären.

Laufende Forschung und Naturschutzbemühungen

Weitere Forschung ist nötig, um das Ökosystem, das Verhalten und die genetische Vielfalt der wilden Population singender Hunde aus Neuguinea besser zu verstehen. Naturschutzmaßnahmen sind im Gange, um die Hunde und ihren Lebensraum zu schützen und ihr Überleben für zukünftige Generationen zu sichern.

Die Wiederentdeckung des singenden Hundes aus Neuguinea ist ein Zeugnis für die Widerstandsfähigkeit der Natur und die Bedeutung fortlaufender Naturschutzbemühungen. Diese einzigartigen Hunde, einst für immer verloren geglaubt, wurden wiedergefunden und bieten wertvolle Einblicke in die Geschichte und Vielfalt der canine Welt.

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